Die große Op
Als ich am Montagmorgen den 26.4 ins Franziskus Krankenhaus von meinen Eltern eingeliefert wurde, wurde ich immer nervöser. Ich kannte in diesem Krankenhaus niemanden und wunderte mich schon als ich auf mein Zimmer kam. Es war ein leeres 3 Bett Zimmer mit einem Waschbecken und einem Vorhang zum umschließen außerdem war da ein Tisch der vor einem riesen Fenster stand das man sogar öffnen kann. Um 7:30 gab mir die Schwester eine Beruhigungstablette und zog mir Thrombosestrümpfe an. Diese Dinger waren mir direkt unsympathisch. Da ich derzeit aber auch eine Pilzentzündung hatte und ich dieses auch vor der Schwester erwähnte. Musste ich unter mein Ophemd eine blöde Netzunterhose mit einer Binde anziehen. Ich lag dann nervös im Bett und wartete das es endlich los geht. Oben an einer Stange über meinem Bett, wo ein 3eck zum festhalten dran war hingen eine Schildkröte ein Elefant und ein OpSchwein das von der Station war. Diese sollten mich zu meiner Op begleiten. Um 8 Uhr kam dann die Schwester rein und rief "hier ist der Schlummerlandexpress". Nun geht es also los. Meine Mom und mein Dad gingen mit solang sie durften. Als ich dann ankam hatte ich irgendwie Angst. Ich war an einer Übergabe. Ich lag auf einer Plattform die sich verschob und hatte mich total erschrocken weil ich dachte ich falle auf den Boden. Die Tränen standen mir in den Augen und ich war nervöser als je zuvor. Ich kam dann auf den Optisch der mit einer Art Luftmatratze ausgepolstert war. Als ich dann plötzlich mir 2 Schwestern alleine war die um mich rum alles vorbereiteten viel es mir immer schwerer meine Tränen im Zaum zu halten. Mir wurde dann ein Zugang gelegt und ich war förmlich nach der Narkose am betteln. Es stellten sich mir noch einige Ärzte vor und dann war ich auch schon weg. Ich hatte jedoch vorher noch nach Bildern gefragt doch meine Frage blieb jetzt erst mal eine sehr sehr lange Zeit unbeant-wortet.
Als ich aufwachte lag ich auf der Intensivstation und meine Eltern saßen auch da. Jedoch hatte ich meine Augen nur einen kurzen Moment offen. Als ich zum1. Mal bewusst richtig aufwachte hatten wir 21. Uhr. Ich wollte mich dann bewegen und bekam einen riesen Schreck. Ich dachte mein Arm wäre gelähmt. Ich konnte ihn nicht bewegen und hatte riesige Angst. Außerdem wollte ich meinen Kopf gerade legen, was ich aber nicht konnte. Mir tat alles weh und ich weinte, ich rief nach irgendwem. Es kam eine Schwester. Sie sagte ich habe einen Verband um meinen Arm und meinen Kopf drehen dürfte ich nicht. Ich ließ mir ein paar mal das Kissen wechseln. Doch es brachte alles nichts. Ich war immer wieder am heulen. Ich hatte Schmerzen und war alleine im dunklen und sah außer einer kahlen Wand nur eine Uhr wo die Zeit nur langsam verging. Ich wachte jeder Stunde mindestens einmal auf. Am nächsten Morgen kam eine andere Schwester zu mir. Sie zog mir den Zugang unter dem mittlerweile schon ein dicker blauer Fleck war. Sie zog auch den Blasenkatheter raus. Sie wollten dass ich aufstehe. Ich wusste gar nicht wie ich das anstellen soll. Zum waschen zogen sie mir die Thrombosestrümpfe aus und als ich dann mit Mühe und Schmerzen saß wollte ich schon net mehr. Ich konnte mich gar nicht halten. Es kam mir vor als wenn mein Arm Tonnen wog. Doch ich musste sitzen bleiben. Sie stopften mir 2 Kissen unter den Arm um es mir etwas zu erleichtern. Als ich aufstehen musste war ich noch sehr labil. Ich konnte gar nicht alleine stehen, weil ich sonst zur Seite kippte. Aufstehen war eine Qual. An meiner Verse hatte ich auch etwas, weshalb ich nicht richtig auftreten konnte. Ich war echt froh als ich endlich wieder im Bett lag. In der Nacht hatte ich Halozinationen. Ich sah in meinem Zimmer immer eine Toilette und am nächsten Morgen war es ein Waschbecken. Schon komisch aber nach einer 9 ½ Stunden Narkose sollte man so etwas wohl nicht all zu ernst nehmen. Ich kam dann runter auf mein eigentliches Zimmer, das immer noch leer stand.
Am 1. Tag gab es schon eine Menge Schwierigkeiten. Die Schwestern wollten doch tatsächlich mit mir im Flur auf Toilette gehen obwohl ich nicht einmal sitzen konnte. Ich bekam dann einen Toilettenstuhl auf mein Zimmer. So wie auf der Intensiv war ich auf der Station E nur am weinen. Und ich wusste meistens gar nicht warum. Als Mama mich mit Kitty besuchte hatte sie sich ganze elegant vors Krankenhaus geschmissen. Sie hatte die Nase aufgeschrabt, einen dicken blauen Fleck am Kinn und Blutergüsse an den Händen, Handgelenken, und Knien außerdem auch die Ellenbogen aufgeschrabt. Es sah zum schießen aus, wie so ein bunter Marienkäfer obwohl sie mir ja schon leid tat.
Mama besuchte mich jeden Tag und brachte immer jemanden mit. Am Dienstag war es Kitty aber wie gesagt es war noch nichts mit mir los. Ich hatte nur Schmerzen und war nur am weinen. Die Schwestern waren mir immer gut am zureden schließlich war es ja der 1. Tag nach der Op. Der 2. Tag war auch noch was kompliziert aber von da an ging's aufwärts. Ich bekam viel Besuch Mom brachte Anita auch mal mit und hatte mit Papa und Thomas 2 Überraschungsbesuche organisiert. Am 3. Tag ging ich dann mit den Schwestern auch schon auf Toilette, die leider auf dem Flur war und zu meinem Pech hatte ich am Mittwoch auch noch meine Tage bekommen. Ich musste mich nun aufraffen und längere Wege gehen weil ich am Freitag nach Hause wollte.
Als ich Mittwochmorgen aufwachte und mit den Schwestern zum Waschbecken ging erschrak ich mich und fing bitterlich an zu weinen. Mein Augenlied hing ein wenig runter. Die Schwestern bekamen mich nicht beruhigt. Ich rief sofort nach dem waschen Mama an und sagte "Ich bin entstellt". Sie redete auf mich ein und nach einer Weile ging es wieder.
Ich ging am Mittwoch schon sehr viel, als Mom und Anita in der Cafeteria essen waren da hatte ich mich alleine bzw. mit einer älteren Frau die eigentlich gar nicht mit gehen sollte raus geschlichen. Anita hatte mich zuerst gesehen und sagte "da ist Jenni". Mom hatte sich deswegen total erschrocken. Ich ging dann zu ihnen und vor lauter Schreck konnte Mama nichts mehr essen. Wir gingen dann noch was raus und danach wieder aufs Zimmer. Jeden Tag kamen mich der Narkosearzt und der Operatör besuchen um zu fragen wie es mir geht. Der Doc sagte dann dass ich am Freitag den Verband abkriege und eine Schlinge bekomme. Außerdem sollte am Donnerstag die Wundsekretflasche die mit einem Schlauch in meinem Hals steckte raus gezogen werden. Am Donnerstagmorgen fing es dann an. Es ging mir schon richtig gut und ich hatte mich schon allein gewaschen und saß dann am Tisch und war am frühstücken. Nachdem die Schwester mir dann mein Brötchen geschmiert hatte meinte sie, sie muss an der Flasche noch was vorbereiten. Ich war genüsslich am Essen auf einmal ist an meiner Wunde etwas wie ein Sog, als ob alles aus meinem Hals mit aller Kraft raus gezogen wird was nur geht.
Ich fing laut raus an zu heulen, ich war nicht einmal in der Lage zu ende zu kauen und runter zu schlucken. Ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen, es tat alles so weh. In meiner Flasche war kein Vakuum mehr sie hatte eine neue Flasche dran gemacht und das Vakuum hat das restliche Blut und Eiter abgesaugt. Ich wollte dann sofort zurück in mein Bett. Ich hatte sehr große Schmerzen, die Schwester meinte das beruhigt sich direkt wieder, aber mir kam das anders vor. Ich bekam dann eine Beruhigungs-Schmerztablette. Als ich mich so einiger maßen wieder beruhigt hatte aß ich auf und schlief dann ein. Es war ein richtiger Schock für mich. Die Schwester hätte auch warten können bis ich aufgegessen hatte. Gegen Nachmittag als Mama schon da war kam dann auch der Doc. Es sagte das die Flasche auch erst am Freitag raus kommen sollte, doch ich hatte solche Panik davor und war so am jammern, sodass er sie doch sofort ziehen wollte. Er holte eine Schwester und piddelte das Schmerzhafte Pflaster ab. Ich war am weinen weil ich Angst hatte. Er verstand das im ersten Moment nicht. Die Flasche an sich raus ziehen tat nicht weh aber das Pflaster abmachen dafür umso mehr. Hinterher weinte ich noch mehr, ich wusste nicht warum, wahrscheinlich aus Erleichterung. Dieser Tag war schon heftig gewesen.
Am Freitag kam dann endlich mein Verband ab, er war ziemlich unbequem und total warm und er ging über den ganzen Arm, die linke Brust und um den Bauch. Dann bekam ich in der Chirurgie eine Schlinge, aber nicht eine gewöhnliche Schlinge sondern eine die um mein Handgelenk geht, von da aus hoch über den Rücken nach links, dann um den Bauch über den anderen Verband, um den Rücke rum und von innen um den Oberarm rum nach hinten zu. Also praktisch um meinen ganzen Oberkörper. Aber immerhin war ich von dem anderen Ding befreit. Nach der Hochzeit von meinem Cousin kamen Mom und Dad zu mir. Sie hatten mir was vom Chinesen mitgebracht. Als dann alles abgeklärt war fuhren wir nach Hause.
Ich bedanke mich bei den Ärzten die mich operiert haben, bei den Assistenten und den Schwestern des Franziskus Krankenhauses.